endless | das Meer der Woge des Kornfeldes gleicht ...

- frei nach Hölderlin

 

Wanderskulptur von Willi Landsknecht in 6 Städten und Gemeinden des Münsterlandes bis in den Achterhoek der Niederlande

10. März 2022 - 03. Oktober 2022

 

Zwei Walfluken, freistehende lebensgroße Skulpturen des Künstlers Willi Landsknecht, eingebettet in die sie umgebende Landschaft, lassen das Münsterland in diesem Jahr innehalten.

Wo sie auch stehen - ob mitten in der Wiese, auf einem Feld, hinter einem Hügel oder in einer Flussniederung: sie werden überraschen, imponieren und uns zum Nachdenken anregen.

Sie fügen sich ein in die Landschaft, sind bildgewaltig und trotzdem leise. Sie appellieren an unsere Vorstellungskraft und rühren uns an.

 

Die Wanderung der Wale:

Altenberge 10.03 - 20.04.2022
Bocholt/Dinxperlo (NL) 22.04. – 01.06.2022
Oelde 03.06. – 13.07.2022
Emsdetten 15.07. – 25.08.2022
Telgte 28.08. – 03.10.2022

 

 


Die Wellen des Meeres sind für uns sichtbar, sie bewegen sich in einer erkennbaren Geschwindigkeit als große Riesenwellen auf hoher See wie auch als kleine kibbelige Wellen in Landnähe. Ebenso sehen wir die wellenartig schwingenden Bewegungen eines Kornfeldes und erkennen die Ähnlichkeit zu den schwingenden Wellen des Meeres. Eine von sanften Hügeln geformte Landschaft vollzieht im Grunde die gleiche Schwingung wie das Wasser des Meeres mit den großen Wellentälern und -kämmen. Nur ist diese Landbewegung mit unseren menschlichen Sinnen wegen der großen Langsamkeit, wegen der sich über Millionen Jahre hinziehenden Bewegung nicht zu erkennen. Wir sehen die schwingende Landschaft sozusagen in Extremzeitlupe, erkennen aber dennoch in dieser Momentaufnahme die Wellenbewegung. Die Wale tauchen in dieser endlosen Schwingung, in diesen Erdwellen ab und symbolisieren die Idee eines universellen Eins-seins. „Eines zu sein mit allem, was lebt, in seliger Selbstvergessenheit wiederzukehren ins All der Natur, das ist der Gipfel der Gedanken und Freuden ...“ (Hölderlin)
Wir haben Freude an der ästhetischen Bewegung der Wale, wir sind beeindruckt von der Größe ihrer Körper, wir spüren eine emotionale Nähe zu ihrem Wesen und fühlen uns verbunden. Andererseits erscheinen sie als Wesen einer Anderswelt mit der Botschaft, dass unser Wissen um die Welt nur auf dem schmalen Streifen der für uns sichtbaren Phänomene beruht. So ist auch Münsterland Meer und Meer ist Münsterland. Die Wale sind Botschafter, die uns auf globale Zusammenhänge hinweisen; nicht nur auf die naturromantischen, emotionalen und geoentwicklungshistorischen Zusammenhänge, sondern gerade auch auf die von uns Menschen verursachten globalen Auswirkungen unserer lokal begrenzten Sichtweise und unseres egoistischen Handelns. Wir formen die Welt. Auch im Münsterland. Die Welt beginnt hier vor unseren Füßen. Wir sind Teil des Ganzen. Wir sind Gäste. Die Wale waren vor uns hier.

Willi Landsknecht

 

 

 

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